Küsse aus Caipirinha und Apfelwein

Die WeltUngewöhnliche Schokokuss-Kreationen sind seine Spezialität. Wolfgang Keil tüftelt in seiner Stube gern an neuen Rezepten. Heraus kommen dann Schokoküsse, die nach Caipirinha, Apfelwein oder Chili schmecken.

„Ich probiere gern etwas Neues aus“, sagt der gelernte Konditor, der seit 25 Jahren in Handarbeit Schaumküsse mit Schokolade überzieht. 50 Sorten hat der 61-Jährige im Angebot. Sie entstehen in seiner 30 Quadratmeter großen „Mini-Fabrik“ in seinem Haus in Schotten. Keil fertigt fast alles in Handarbeit. Damit schafft er eine Tagesproduktion von bis zu 6000 Stück.

Seine Rezepte und Tricks will der Konditor nicht verraten: Betriebsgeheimnis. Aber er schwört darauf, dass man die Qualität seiner handgemachten Schokoküsse im Vergleich zur Industrieware schmeckt. „Mein Schaum ist lockerer und leichter, weil ich weniger Zucker nehme. Dadurch sind sie auch nicht so süß und kalorienhaltig.“

Keil kann nach eigenen Angaben schnell auf die saisonale Nachfrage reagieren. Und die variiert. „Weihnachten sind Sorten mit Lebkuchen, Zimt und Pflaume gewünscht. Im Frühjahr mache ich viel mit Beeren: Erdbeere, Heidelbeere oder auch Kirsch-Banane.“ Verkaufsschlager sind aber die Klassiker – mit brauner und weißer Schokolade oder mit Krokant oder Kokos garniert. Markenzeichen seiner Schokoküsse ist ein geschwungenes Krönchen oben drauf.

Während Keil in seiner Stube die Schaumküsse in ein Becken mit Schokolade taucht, kommen immer wieder Kunden zur Tür herein. Bis zu 20 seien es pro Tag. Neben dem Heimverkauf in einer der wohl kleinsten Schokoladen-Manufakturen Hessens fährt er mit dem Verkaufswagen auf Volksfeste und Märkte.

Beim Produzieren der kleinen Kalorienbomben sind seinem Einfallsreichtum wenig Grenzen gesetzt. Trotz großer Erfahrung trifft aber auch Keil manchmal nicht den Geschmack der Kundschaft. „Gewöhnungsbedürftig war offenbar ein grauer Schaum, der nach Schoko-Vanille schmeckte“, sagt er.

Er selbst kann immer noch Schokoküsse essen. „Wenn mal einer kaputt geht, wird der gern verputzt. Ich habe Glück mit dem Stoffwechsel und muss nicht so sehr auf meine Figur achten.“

Quelle: © Die Welt | Ausgabe 13.02.2013